tabouret design antiques                objects that move

                           

tabouret bildbericht  Februar 2019

zwei kleine Kunstwerke, beweglich und sprechend, loben ihren Schöpfer


Mein Schöpfer war der Holzbildhauer Antonio Vitali. Er wirkte in der Schweiz und in den USA.

Unter seinen Händen erwachte das Holz zum Leben. Je mehr er die Naturformen vereinfachte, umso mehr kam Lebendigkeit in seine Holzarbeiten.

Er muss eine Kinderseele gehabt haben, denn das schaukelnde Kind auf meinem Rücken war immer schon mitgedacht.

Geschaukelt zu werden, das ist unser Rhythmus. Das Kind auf meinem Rücken geht auf und nieder, wird leicht und schwer und wieder leicht und schwer. Gibt es eine bessere Vorbereitung auf das Leben?

Mein Ohren sind irritierend gross geraten. Bin ich ein Pferd, ein Esel oder ein Maultier?. Egal, I am what I am!

Mein Schöpfer muss ein grosser Konstrukteur gewesen sein.

Er wollte etwas aufrichten und zeigen, wie der Schwerkraft beizukommen ist. Jeder sollte das erkennen und können.

Doch auch die Bewegung in der Ebene wollte er zeigen. Werde ich durch Kinderbeine angestossen, so gelange ich geradewegs von A nach B (das Rad hatte allerdings schon vorher einer erfunden).

Wie sollen stützende und tragende Teile verbunden werden? Mein Schöpfer fand Lösungen, so schön wie einfach und haltbar. Auch war er kein Sklave des rechten Winkels. Diskrete Neigungen bringen Dynamik mit sich.

Wenn ich in den Spiegel schaue, finde ich mein Gesicht etwas grob geraten, speziell im Vergleich mit dem Langohr gegenüber. Nun denn, nobody is perfect! 




> Antonio Vitali (1909-2008) Schaukelpferd, erstmals produziert 1945. Nadelholz, Höhe 76 cm, Länge 89 cm. Schriftzug VITALI unten eingeprägt. No.18032, CHF 1500.-


weitere Bilder zu den Objekten hier


> Holzpferd auf Rollen, kühne Konstruktion aus Vierkanthölzern, frei von allem Metall. Sitz wächst mit durch Höhenverstellung. Höhe 60 cm, Länge 53 cm. Nordische Kiefer, gewachst
No.16062.1, CHF 500.-

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tabouret bildbericht Januar 2019

rare Neuerwerbung: die Wandgarderobe von Jürg Bally 1954



Der Schweizer Designer
Jürg Bally
(1923-2002)
grüsst aus dem Jenseits. Das hat Wirkung. Sein beliebter Verstelltisch von 1951 beispielsweise wurde jüngst als "ess.tee.tisch" bei Horgen-Glarus neu ediert (mehr).





rares Museumsstück
Hier nun seine Wandgarderobe von 1954 im Originalzustand. Das Modell ist aufgenommen in die Sammlung des Museums für Gestaltung Zürich (siehe dort). Ein notwendiges Möbel wurde zu einem künstlerischen Statement im Geist der "Guten Form".


Jürg Bally (1923 - 2002)


alltagstauglich und komfortabel
Bally wählte Stahlbänder und Ahornholz, dazu farbig lackierte Kleiderhaken. Diese können nach Belieben plaziert werden. Sie laufen in einer Nut auf der Lattenrückseite, können nicht herunterfallen und verloren gehen.
Hut- und Handschuhablage. Familienfreundlich: die unteren Latten sind für die Kindermäntelchen. Schraubenlöcher für die Wandmontage.



Jürg Bally Wandgarderobe 1954, 10 Kleiderhaken, Gesamthöhe 110 cm, Breite 75 cm, Postversand ist möglich. No. 18060, CHF 1500.-

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tabouret bildbericht Dezember 2018


Jahresrückblick 2018
>   Das Nachrichtenjahr 2018 war böse. Unsere Vorstellungskraft für kommende Katastrophen wurde durch das Erlebte wieder einmal ausgedehnt.
>   Wenn wir von einem neuen Noah eingeladen würden, in seiner Arche Platz zu nehmen — was würden wir als Minimalgepäck mitnehmen?
>   Hier ein paar Vorschläge aus den tabouret-Beständen.

Dreibeinhocker, steht auch auf unebenen Schiffsplanken (vorausgesetzt, es gibt nicht nur Stehplätze)

Sparschäler, handlich, praktisch, gut! Handarbeit und Muskelkraft werden gefragt sein.


Figurine Musikant von Heinrich Meister. Wird uns daran erinnern, dass die Menschheit einige kulturelle Höhen erklommen hat.

Eschenholzstuhl von Jacob Müller, komplett zerlegbar, allenfalls mit einem gewissen Heizwert.

Von Antonio Vitali etwas Kleines für die Kleinen. Hätten wir doch den Zug gegenüber dem Auto favorisiert ...

... und erst die hemmungslose Fliegerei — Schande über uns!

Blechteller mit eingesammelten Molchen
(Das Viehzeug wird überall in der Arche sein!)

Ein Hegel schmückt Knabe und Mädchen, Frau und Mann.


Alles unter Schutt und Schlamm versunken? Wir retten ein Bestimmungsbuch für künftige Archäologen.

Tässchen von Burkart-Keramik für die kleine Getränkezuteilung

Safety can, Brennstoff-reserve für den Fall, die Arche-Solaranlage fällt aus.

Cocktailmixer von Aldo Tura für die Party, wenns vorüber ist. (Landung der Arche vermutlich in der Schweiz)


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tabouret bildbericht November 2018



Beat Frank meets Le Corbusier

1995 im Kloster Sainte-Marie de La Tourette

Es entstand ein Tischensemble
von klösterlicher Schlichtheit
und konstruktiver Raffinesse.

1 Tisch und 6 Stühle suchen nun das ihnen
angemessene Gehäuse.




hochparterre, heft 4/1995




<<  Ein Tisch ist nicht einfach ein Tisch, sondern eine Fläche, die auf einer zu bestimmenden Höhe von Elementen getragen wird, die sich stabilisierend mit dieser Fläche verbinden.
Die grosse Schwierigkeit besteht darin, die Einwirkung aller Kräfte so in Form zu bringen, dass dieser Tisch als Objekt klingt. Materialien werden ausprobiert, Versuchs- anordnungen werden gebaut. Es gibt mit Sicherheit unendlich viele Lösungen, aber es gibt auch immer die Lösung. Das Geheimnis sind die Verbindungen.  >>
Beat Frank


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tabouret bildbericht September 2018


welcome back home -

Heimholung einer Stuhlgruppe "La Tourette"
von Beat Frank


 
Franks Stuhl La Tourette hat eine illustre Geschichte, welche kreist um das von Le Corbusier in der 60ern erbaute Kloster Sainte-Marie de la Tourette. Diese Architekturikone der Moderne benötigte in den 90ern für sein Refektorium eine neue Möblierung. Eingeladen durch das  französische Kulturministerium machte sich Frank an die Arbeit, entwarf, produzierte und lieferte eine Nullserie von 20 Stück, die mit zusätzlichen Tischen probeweise aufgestellt wurden. Allerdings hat man sich dann anders entschieden ...
Unsere Stühle leisteten 20 Jahre lang ihren Dienst in einem Nürnberger Architektenhaushalt.

Lit: Schweizer Möbel und Interieurs, S. 269

die ganze Geschichte, erzählt von Benedikt Loderer in hochparterre, Heft 4/1995



tabouret-Angebot: 6er-Set Stuhl La Tourette, Entwurf 1994, Ausführung Atelier Vorsprung Bern. Aus Birkenschichtholz meisterlich gefügt, handsigniert "Frank" und nummeriert, hier die Nummern 15 bis 20. Höhe 92 , Durchmesser 52 cm, Sitzhöhe 45 cm.
No. 18044, Preis auf Anfrage


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tabouret bildbericht August 2018
Ein Kreis hat sich geschlossen: Meraggia-Möbel zurück an ihrem Entstehungsort


Es geht eine Faszination von diesem Möbelfund aus. Für jede Funktion (Tragen, Stützen, Verbinden) wurde das passende Naturholz gefunden und von Hand bearbeitet. tabouret konnte sich diesem Reiz nicht entziehen und suchte nach dem Künstler und den Umständen der Produktion. Die Suche führte nach Meraggia bei Sala Capriasca und zu HEINRICH BRUNNER.

Es war in den Fünfzigern, als sich "Enrico" in die Tessiner Wälder zurückzog, um als Selbstversorger ein naturnahes Leben zu führen. Das vorhandene Material für den Selbstbau von Möbeln waren die Tessiner Kastanienbäume.


 

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Esstischgruppe mit vier Stühlen

 

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Komplett handwerklich gefertigt (elektrischen Strom gab es in Meraggia nicht) entstanden Möbel, die bald einmal auch in weiterem Umkreis gefragt waren.

Andere Handwerker für eine von ihm erträumte Kooperative fand Brunner nicht. Aber andere "Freiwirtschafter", die das Anwesen in Form einer Stiftung auch öffentlich zugänglich machten. Die STIFTUNG MERAGGIA hat nun entschieden, die Tischgruppe zu erwerben und an den Ursprungsort zurückzubringen. Dort sollen sich die Feriengäste daran freuen.


Heinrich Brunner und sein Werkstoff, die Esskastanienbäume des Tessin

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In Meraggia, erreichbar nach einer halbstündigen Waldwanderung ab Parkplatz, wohnt man einfach und isst vegetarisch.
mehr

Heute belebt und pflegt Georg Winter Meraggia und heisst die Gäste willkommen. Hier beim Verladen der Möbel in Uhwiesen.

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tabouret bildbericht April 2018
open house in Uhwiesen am Samstag, 21. April 2018, 13 - 17 h


Eingeklemmt zwischen den programmatisch strengen 30er-Jahren und den stilistisch unbekümmerten 50ern, sind die 40er-Jahre weitgehend eine Leerstelle in der Designhistorie geblieben.
tabouret versucht eine Annäherung mit seiner neuen Kabinettausstellung. In deren Zentrum unser diesmaliges conversation piece: eine Nussholz-Anrichte von Franz Xaver Sproll. Breathtaking!

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Anrichte und Hocker Franz Xaver Sproll
Stühle Heinrich Eckinger
Keramik Heinrich Meister und Mario Mascarin
Metallarbeiten/Kleinodien Wilhelm von Heydebrand
Zeitschriftenablage Jacob Müller


tabouret bildbericht   gesägt, geschnitzt und gefügt
                   open house in Uhwiesen am Samstag, 20. Januar 2018, 13 - 17h




 


meraggia


meraggia

*Heinrich Brunner 1964/1971, Tessiner Handwerkskunst,Tisch und 4 Stühle aus Kastanienholz
*Hans J. Wegner
Fauteuil, easy chair AP-16
*Leuchten Dörfler
in anthroposophischer Tradition
*Bilderrahmen
handgeschnitzt in anthroposophischer Tradition
*Antonio Vitali
Holzspielzeug
*Keramische Arbeiten von
Benno Geiger
(1903-1979)
Heinrich Meister (1894-1972)

Franz Loder
(*1926)

Leszek Oprzadek
(*1964)